Indianer im Kanada-Lexikon

Während der Eiszeit kamen die Vorfahren der Indianer über die Beringstrasse nach Nordamerika. Daraufhin breiteten sie sich über den Kontinent aus und wurden zur eigenständigen Kulturgruppe. Im Norden lebten halbnomadische Jägerstämme. Im Osten hingegen waren es die Irokesen und Huronen, welche Mais, Bohnen und Tabak anbauten. Die Stämme der Plains-Kultur lebten in den Prärien im Westen und folgten ihren großen Büffelherden. An der Westküste gab es jedoch genug Nahrung um die Haida und Kwakiutl vom Wandern abzuhalten und das Kunsthandwerk zu fördern. So entstand zum Beispiel eine Vielzahl von Holzschnitzereien. Da die Pelzhändler auf die Mitarbeit der Indianer angewiesen waren, griffen sie nicht in deren Lebensweise ein. Großer Nachteil war jedoch, dass die von den Pelzhändlern eingeschleppten Krankheiten die Stämme dezimierten. In die Reservate wurden sie allerdings erst im 19.Jahrhundert abgedrängt, als die Besiedlung des Westens begann. Mittlerweile leben etwa 610.000 Indianer und 50.000 Inuit in Kanada. Im Jahre 1982 wurden endlich die Rechte als ursprüngliche Besitzer des Kontinents anerkannt. Seitdem steigt die Forderung der Stämme nach Selbstverwaltung und Landrückgabe extrem. So erhielten die Inuit 1999 ein eigenes Territorium im Norden des Landes. Beachten sollte man, dass der Begriff Eskimo von den Inuit nicht gern gehört wird. Er bedeutet nämlich „Rohfleischfresser“ und stammt von ihren Nachbarn den Indianern.


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