News vom 27.03.2010

Gnadenlose Jagd auf Robben in Kanada

In Neufundland sind an immer weniger Orten Robben anzutreffen und doch droht aus Kanada jetzt Gefahr: Kanada hat die Fangquote für die Tiere stark erhöht. Momentan können die Bewohner des kanadischen Fischerdorfes Anchor Point in Neufundland ein seltenes Naturschauspiel beobachten: Tausende Robben, viele davon Mütter mit Babys, liegen auf Eisschollen in Sichtweite ihrer Häuser. Durch den Wind ist das Eis und die Tiere direkt an die Nordwestküste Neufundlands getrieben. Sogar die älteren Bewohner des Ortes können sich nicht daran erinnern, dass jemals die Robben so nah in ihre Häfen gelangt sind. Diese Tiere sind hier noch sicher, denn die Robbenjagd vor den Küsten der kanadischen Insel Neufundland wird frühestens Ende März eröffnet. Kanadas Regierung hat trotz des Importverbots von Robbenprodukten in der Europäischen Union beschlossen, die von Tierschützern als grausam kritisierte Jagd fortzusetzen. Für diese Saison wurde die Fangquote durch das kanadische Fischereiministerium sogar um 50.000 Tiere erhöht. Somit dürfen 388.200 Robben getötet werden. Tierschützer sehen die erhöhte Fangquote als sehr kritisch und bezeichnen sie als „ökologische Katastrophe“. Das Eis, auf denen die Säugetiere ihre Jungen gebären, schmelze ohnehin förmlich unter ihnen weg. In der Tag gibt es im Osten von Kanada in diesem Jahr extrem wenig Eis. Daher bringen die Robben ihre Jungen so nah an der Küste zur Welt, weil sie hier noch Eis finden.

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